Dienstag, 27. November 2012

[Rezension] Mondberge

Ein Afrika-Thriller
von Andreas Klotz und Stephan Martin Meyer

broschiert: 512 Seiten
Verlag: Tipp 4 (erschienen 3.11.2012)
ISBN: 978-3981294477
Kaufmöglichkeit


tiefgründig, packend, mystisch
 
zum Inhalt:
Eine bunt gemischte Gruppe verschiedenster Menschen begibt sich auf eine Reise inmitten Afrikas, zum Ruwenzori, einem unzugänglichen Bergmassiv. Die Gründe für ihre Reise sind dabei so verschieden, wie die Personen die sie unternehmen.
Viele Geheimnisse wabern wie Nebel, den es im Ruwenzori auch zur Genüge gibt zwischen den Menschen. Eines ist der Grund dafür, dass die Mitglieder der Reisegruppe von Rebellen entführt werden. Zudem sind da noch die Geister der legendären Mondberge, die nicht erfreut über die Störung ihrer Ruhe sind. Was wollen die Entführer und wen wird dieses Erlebnis wie beeinflussen?
meine Meinung:
Das Buch ist eine Klappenbroschur und schon verhältnismäßig dick. Von der Dicke sollte sich aber bitte niemand abschrecken lassen.
Als ich das es für eine Leserunde bekam, traute ich mich zuerst kaum es aus der Folie zu packen, denn es ist so richtig schön reinweiß. In den Buchstaben des Titels sind Bilder der Landschaft verborgen. Von den letzten beiden Buchstaben tropft etwas erhaben, etwas, das Blut darstellen soll. Die Aufmachung gefiel mir auf Anhieb. Auf der Coverinnenseite ist eine Karte des Gebietes aufgezeichnet, wo die Handlung spielt. So konnte ich immer gut nachvollziehen, wo sich die Charaktere gerade befinden.
Auch die Seiten selbst sind ganz weiß und über jedem Kapitel ist das Abbild des Mondes in seiner jeweiligen Phase zu sehen.Irgendwann ändert sich die Farbe, der Mond wird rot. Warum das so ist,möchte ich nicht verraten, das erfährt man beim lesen des Buches.

Die Beschreibung des Landes fand ich einfach toll und sehr eindringlich. Ich konnte mir die Umgebung richtig gut vorstellen. Die Natur und die Gegebenheiten vor Ort sind echt faszinierend beschrieben. Ich hatte das Gefühl als wäre ich selbst direkt mit dabei.
Die zahlreichen Hintergundinformationen über das Land und die dortigen Begebenheiten beindruckten mich sehr.
Grausame ungeschönte Szenen wie der Mord an dem Jungen und dem Berggorilla erzeugten Gänsehaut bei mir.
Der Überfall auf das Dorf wird in allen grausamen Einzelheiten geschildert - unvorstellbar brutal beschrieben. Ich bin ja eigentlich nicht zimperlich was Bücher angeht, aber hier musste ich das Buch doch ab und an mal eben beiseite legen um das gelesene sacken zu lassen.
Aber keine Sorge, es bleibt nicht über die Dauer des Buches so.

Paul, der Rebellenanführer ist sehr impulsiv und kennt scheinbar keine Skrupel. . Er wirkte auf mich, wie eine tickende Zeitbombe, jederzeit kurz davon zu explodieren.
Die einzelnen Mitglieder der Reisegruppe hatte ich lange Zeit nicht richtig verinnerlicht, was wohl daran lag, dass es so viele unterschiedliche Personen waren. Ständig musste ich überlegen, wer war denn nun wer. Alle schienen ein Geheimnis mit sich herumzutragen und erst nach und nach wurden diese gelüftet.
Mit der Zeit wurden mir die Personen geläufiger.

Kurze Kapitel und ständig wechselnde Perspektiven halten die Spannung über die gesamte Länge des Buches aufrecht.
Was als schockierender Thriller begann, entwickelte sich dann zunehmend zu einem Reisebericht mit sich manchmal wiederholenden Landschaftsbeschreibung mit sehr hohem Mysteryanteil, was ich jedoch nicht als Nachteil empfand.

Die Geschichten um die Geister des Ruwenzori und der Glaube der Menschen daran, waren ein durchaus interessanter Aspekt. Sie nahmen eine große Bedeutung im Buch ein und sorgten zusätzlich für Spannung. Das hat mir an sich ganz gut gefallen. Gegen Ende in der Höhle wurde es mir dann aber doch etwas zuviel, weil es mir ein Stück weit zu real zu werden drohte, was vorher nur ganz unterschwellig einfloss.

Auch die unterschiedlichen Reaktionen der verschiedenen Menschen auf die Mondfinsternis fand ich total interessant.
Leider gab es gegen Ende des Buches ein paar kleinere Ungereimtheiten in der Handlung, bzw. Dinge die mir nicht ganz einleuchten wollten, weil sie auf mich nicht glaubhaft wirkten. Daher bekommt das Buch einen Flügel(Stern) weniger.
Fazit:
Insgesamt hat mir dieser Thriller sehr gut gefallen. Den Autoren ist es gelungen mich schon nach wenigen Seiten in ein mir fremdes Land zu entführen, mich mit ihrer Geschichte zu fesseln und mir Land und Leute ein großes Stück näher zu bringen.
4/5 Angelwings


Jede Menge Infos zu den Autoren, zum Buch, sowie zu den Hintergründen des Buches erfahrt ihr auf: http://www.mondberge.de/


Kommentare:

  1. Deine Eindrücke kann ich nur bestätigen. Hast du gut auf den Punkt gebracht.

    Liebe Grüße,
    Kora

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