Freitag, 2. November 2012

[Rezension] Libellenfänger

von Katja Brandis 
 © Foto Piper-Verlag
gebunden: 368 Seiten
Verlag: ivi
ISBN: 978-3492702768
zum Inhalt:
Als Ricarda, genannt Ricky mit ihren Klassenkameraden auf Disko ist, bricht Antonia plötzlich bewusstlos zusammen. Trotz dass Ricky und Marek sich gleich um sie kümmern und versuchen sie wiederzubeleben, kommt für Antonia jede Hilfe zu spät.
Polizei und Rechtsmedizin gehen von einen plötzlichen Herzversagen aus. Ricky hingegen glaubt nicht daran und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei bekommt sie Unterstützung von Marek. ...
meine Meinung:
Dies ist ein eher ruhiger, aber solider Thriller für junge Erwachsene. Er ist nicht blutrünstig oder schreiend brutal,  dafür aber mit einer richtig guten Story.
Ricky hat mich mit ihren Ermittlungen regelrecht angesteckt und ich musste unbedingt Mitraten, was und wer für Antonias viel zu frühen Tod verantwortlich ist. Auf die Lösung bin ich bis fast zum Schluss nicht gekommen, dafür ab und zu mal auf Irrwege.
Der Spannungsbogen ist im gesamten betrachtet nicht extrem hoch, dafür ging die Geschichte mir an manchen Stellen so richtig unter die Haut.
Bereits der Prolog jagte mir kleine Schauer über den Rücken und im weiteren Verlauf der Story gab es noch einige solcher Momente.
Das Buch ist flüssig geschrieben und dadurch gut und zügig lesbar. Ich konnte mich ohne Schwierigkeiten in die Umgebung, in der die Geschichte spielt, hineinversetzen.
Die Dialoge zwischen Ricky und Marek haben mich oft zum schmunzeln gebracht.
Die Charaktere Marek und Ricky haben mir sehr gut gefallen. Beide waren für mich sehr gut vorstellbar, ganz besonders Marek, der ja schon ein wenig schräg ist. Wie auch die übrigen Figuren wirkten sie sehr echt und ihr Denken, Fühlen und Handeln war für mich immer nachvollziehbar.
Die Story ist insgesamt glaubhaft und wirkte auf mich zu keiner Zeit konstruiert. Man merkt, dass hier im Vorfeld gut recherchiert wurde.  Nach der Hälfte war ich so tief in die Story abgetaucht, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte zu lesen.
Mit der Farbe des Covers konnte ich mich anfangs gar nicht so wirklich anfreunden, dieses schreiende gelb traf einfach nicht meinen Geschmack. Genial dagegen fand ich die sonstige Gestaltung, die Libelle sieht man erst im ganzen, wenn man die Umschlagklappe nach außen aufklappt.
Inzwischen stört mich auch die Farbe nicht mehr.
Fazit:
Ein eher ruhiger, aber sehr gut durchdachter Thriller, der zeitweise sehr unter die Haut geht.
Nicht nur für jugendliche Leser zu empfehlen!
5/5 Angelwings
zur Autorin (Quelle: Piper-Verlag):
Katja Brandis wurde 1970 geboren, wuchs im Rhein-Main-Gebiet auf und studierte Amerikanistik, Germanistik und Anglistik. Bereits als Jugendliche produzierte sie stapelweise Manuskripte und publiziert seit 2002 erfolgreich Bücher für Jugendliche und junge Erwachsene. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihrem Sohn und drei Katzen in der Nähe von München und arbeitet als freie Autorin, Lektorin und Journalistin. Für ihre Recherche zu »Libellenfänger« interviewte sie Wahrsager und mehrere Kripo-Ermittler, sah sich in einem Gefängnis um, erprobte Taekwondo am eigenen Leib und experimentierte mit Tarot.  

Kommentare:

  1. Hallo,

    interessante und zu dem mal ne eher realistische Geschichte habe ich mir so beim Durchlesen der Rezi gedacht. Keine dieser weltfremden Romane.

    LG..starone...

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