Montag, 4. Februar 2013

[Rezension ebook] Glasseelen - Schattengrenzen #1

von Tanja Meurer
© Cover by bookshouse 
erhältlich als ebook, Lese-app und Taschenbuch 
erschienen 01.01.2013 
Verlag: bookshouse
Umfang: 815.912 Zeichen
Seiten: 398

 anfangs eher zäh und wirr, später packend

zum Inhalt:
Nach dem Abi machen Camilla und ihr Freundin Theresa Urlaub in Berlin. Beim Besuch der Museumsinsel stürzt sich genau vor ihnen ein Mann zu Tode. Seine Augen zerfallen einfach zu Staub und in seinen Händen hat er blutige Augäpfel. Als die Mädchen sich kurz darauf im Krankenhaus erholen, verschwindet Theresa plötzlich spurlos. Auf der Suche nach ihrer Freundin gelangt Camilla in die mystischeUnterwelt Berlins. ...

meine Meinung:
Mit diesem Buch hab ich mich wider erwarten sehr schwer getan. Die Geschichte Klang von der Beschreibung her so interessant, dass ich vermutlich unbewusst die Erwartung hatte, dass sie ich unheimlich mitreißen müsste. Dies war jedoch nur anfangs so. Ab da wo Camilla nach Ancienne Cologne gelangte war irgendwie die Luft raus.
Vielleicht lag es daran, wie Camilla auf ein Tod ihrer Freundin reagierte, denn das wirkte auf mich extrem reserviert, beinahe gefühlskalt. Ihre Trauer um Theresa erreichte mich als Leserin überhaupt nicht.Ich hatte noch nicht einmal den Eindruck, dass Camilla wirklich trauerte.

In manchen Situationen wirkte sie zudem sehr unbeherrscht auf mich, hatte ihr Temperament oft nicht unter Kontrolle. Ich hatte allerdings immer wieder den Eindruck, sie versteckt sich nur hinter einer betont stark erscheinenden Fassade, weil sie keine Schwäche zeigen mag.
Camilla wurde mit dann nach einiger Zeit trotz allem irgendwie doch sympathisch. Auch Chris fand ich super. Seine ganze Art und wie er den ruhenden Gegenpol zu Camilla darstellt gefiel mir gut. Wie die zwei sich langsam näher kommen ist auch toll beschrieben. Das Wort "Spinner", mit welchem Camilla Chris immerzu benennt, fiel mir insgesamt wesentlich zu oft. Und es nervte mich irgendwann wirklich. Es gab dann immer wieder Situationen im Buch, wo ich von vornherein schon ahnte, nun kommt gleich wieder "Spinner" und so war es dann leider auch.

Die Unterwelt Berlins und deren Bewohner fand ich faszinierend, aber auch zum Teil ein bisschen beängstigend. Die Szenerie und die vielen verschiedenen Charaktere wurden detailliert und klar beschrieben, wodurch sie für mich sehr gut vorstellbar. waren.

Zeitweise fand ich die Geschichte allerdings ziemlich wirr, weil einfach zuviele Informationen aufeinmal auf mich einstürmten, gleichzeitig zog sich aber die Handlung für meine Begriffe eher träge dahin, es kam nur ab und an mal wieder Tempo rein, nur blieb es leider nicht dabei.
Die erste Hälfte des Buches dümpelte daher für mich so vor sich her - ich hab lange gebraucht diese zu lesen und kam nur sehr schleppend vorwärts, weil ich nicht in der Lage war in das Geschehen einzutauchen. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich die Atmosphäre des Buches nicht wirklich fühlen konnte und es mich daher nicht mitnahm.

Nach etwas über der Hälfte wurde es viel besser. Es kam mehr Tempo auf und es wurden Dinge erläutert die endlich Sinn in die Geschichte brachten, der mir bis dahin gefehlt hatte und die letzten Kapitel konnte ich sogar in einem Rutsch weglesen.

Die Interpretation des Sandmanns von E.T.A. Hoffman, die dieser Story zugrunde liegt ist durchaus interessant, ebenso die Erläuterungen der Autorin am Ende des Buches.
Fazit:
Dieser Mystrerythriller läßt durchaus viel Potenzial erblicken, mich konnte er jedoch leider erst kurz vor dem Ende mitreißen, da mir das gewisse Etwas lange Zeit fehlte.
Daher vergebe ich 3,5/5 Angelwings. Und da ich keine halben Flügel habe, sind es in Bildern 3 bis 4.
bis

Buchtrailer:

über die Autorin: (Quelle: bookshouse.de)
Tanja Meurer wurde 1973 in Wiesbaden geboren. Sie ist gelernte Bauzeichnerin aus dem Hochbau, arbeitet allerdings seit 2001 nur noch in bauverwandten Berufen und ist seit 2004 bei einem französischen Großkonzern als Dokumentations-/Projektassistenz beschäftigt. In den für die Baukonjunktur besonders schlechten Jahren nahm sie Stellen als Kurier- und Behindertenbusfahrerin an. Nebenberuflich arbeitet sie seit 1997 bis heute als Autorin und freie Illustratorin für verschiedene Magazine, Internetseiten und Verlage.

Mehr erfahrt ihr hier http://www.bookshouse.de/autoren/Tanja_Meurer/

Kommentare:

  1. Das hast du schön geschrieben. :) Les es auch grad und bin bei ca 45% oder so und find es ziemlich verwirrend. Aber trotzdem irgendwie aufregend. Mal sehen wies noch wird. Aber bisher kann ich dich gut verstehen und anchvollziehen. :)

    LG.

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    1. Danke. Bei LB in der Leserunde war ich manchmal schon kurz davor an meiner Wahrnehmung zu zweifeln. Die anderen Leser schrieben zu jedem Abschnitt,wie gefesselt sie von dem Buch sind, und ich konnte das nicht nachvollziehen und kam nicht voran. Aber ich bin ja auch nicht unbedingt massenkompatibel :)

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  2. Ich kann einige Paralellen erkennen ;P

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    1. Stimmt, jetzt konnte ich ja deine Rezi komplett lesen. Das mach ich ungern, eh meine eigene fertig ist, mag mich nicht eventuell unbewusst beeinflussen lassen.
      Wir liegen wie so oft mal wieder in einigen Punkten auf einer Wellenlänge, ;D.

      LG Andrea

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  3. Hallo Andrea,

    nun, dann werde ich mal mir andere Rezis zu Rate nehmen um mir dann mein Urteil erlauben zu können.

    LG..Karin..

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